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Fernverwaltung von Intelbras FTTH mit OMCI

Zusammenfassung
Schritt-für-Schritt Anleitung zur Verwaltung von Intelbras FTTH-Netzen mit OMCI: Verstehen, wie OLTs mit ONUs kommunizieren, CPEs registrieren und provisionieren, VLAN- und Serviceprofile übertragen und die Konnektivität prüfen, dabei MKController und NATCloud nutzen.

Fernverwaltung von Intelbras FTTH mit OMCI

Wenn Sie mit FTTH und Intelbras arbeiten, haben Sie sicher schon gehört, dass „alles OMCI ist“.

Aber was bedeutet das in der Praxis genau?

OMCI ist die unsichtbare „Fernbedienung“, mit der Ihre OLT ONUs automatisch konfiguriert, VLANs und Dienste schiebt und den Status überwacht, ohne sich bei jeder CPE einzeln anmelden zu müssen.

In diesem Artikel führen wir Sie durch:

  • Was OMCI ist (einfach erklärt).
  • Standard-IPs und Zugangsdaten von Intelbras OLTs und ONUs.
  • Wie man eine ONU per Auto-Discovery registriert.
  • Wie man VLAN- und Serviceprofile (Bridge / PPPoE) zuweist.
  • Wie man testet, ob die ONU wirklich online ist und Daten überträgt.
  • Wie MKController ins Spiel kommt, wenn das Netzwerk wächst.

1. Was ist OMCI in einem GPON-Netz?

OMCI steht für ONU Management and Control Interface.

Es ist im ITU-T G.988 Standard definiert und wird vom OLT verwendet, um:

  • ONUs automatisch zu entdecken und zu registrieren.
  • Konfigurationsvorlagen (VLANs, Dienste, QoS) zu senden.
  • Profile aus der Ferne zu ändern, ohne sich bei jeder ONU anzumelden.
  • Firmware-Updates für ONUs gesammelt durchzuführen.
  • Status, Traffic und Alarme zu überwachen.

Man kann OMCI als „Remote-API“ zwischen OLT und jeder ONU ansehen.

Statt jede ONU wie einen eigenen Router mit IP und Login zu behandeln, sendet die OLT Befehle über die Glasfaser, denen die ONU folgt.

Hinweis: In vielen Intelbras Installationen werden ONUs im Alltag nicht direkt per IP angesprochen. Die Steuerung läuft vollständig über die OLT via OMCI.


2. Standard-IPs und Zugangsdaten (Intelbras OLT und ONUs)

Bevor man OMCI konfiguriert, muss man sich auf die OLT verbinden.

Viele Intelbras-Modelle verwenden ähnliche Standardwerte:

GerätStandard-IPBenutzerPasswort
OLT 8820G / 8820L192.168.1.1adminadmin
Intelbras ONU G120 / G240Erhält IP von OLTadminadmin

Tipp: Die meisten Intelbras ONUs in GPON-Netzen werden über OMCI provisioniert. In vielen Fällen müssen Sie nie direkt auf die Weboberfläche der ONU zugreifen.

Das ist natürlich nur der Anfang.

Sobald der Fernzugriff stabil ist, sollten Sie unbedingt:

  • Alle Standardpasswörter ändern.
  • Die Verwaltungs-IP der OLT in einem sicheren, dokumentierten VLAN platzieren.
  • Den Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche einschränken.

3. Zugriff auf die OLT-Verwaltungsschnittstelle

Fangen wir ganz vorne an: Einloggen in die OLT-Weboberfläche.

3.1 Physische Verbindung

  1. Verbinden Sie Ihren Laptop mit dem MGMT (Management)-Port der Intelbras OLT.
  2. Verwenden Sie ein normales Ethernet-Kabel (kein Crossover nötig bei moderner Hardware).

3.2 IP-Adresse auf Ihrem PC einstellen

Setzen Sie eine statische IP in demselben Subnetz wie die Standard-IP der OLT:

  • IP: 192.168.1.10
  • Subnetzmaske: 255.255.255.0
  • Gateway: für lokalen Zugriff kann leer bleiben.

Unter Windows stellen Sie das in den TCP/IP-Eigenschaften des Netzwerkadapters ein, unter Linux/macOS via Network Manager oder Kommandozeile.

3.3 Zugriff auf das Webinterface

  1. Öffnen Sie Ihren Browser.

  2. Geben Sie ein:

    http://192.168.1.1
  3. Melden Sie sich an mit:

    • Benutzer: admin
    • Passwort: admin (Werkseinstellung, bitte später ändern!)

Falls die Seite nicht erreichbar ist:

  • Prüfen Sie Kabel und LEDs.
  • Stellen Sie sicher, dass die PC-IP im Bereich 192.168.1.x/24 liegt.
  • Deaktivieren Sie testweise lokale Firewalls.

4. OMCI aktivieren und ONUs automatisch entdecken

Wenn das OLT-Panel funktioniert, lassen Sie es die ONUs am PON-Port „sehen“.

4.1 ONU-Verwaltung öffnen

Suchen Sie im OLT-Menü nach:

  • PON → ONU Management → Auto Discovery
    (genaue Bezeichnungen können je nach Firmware variieren)

Diese Seite zeigt nicht registrierte ONUs, die physisch verbunden sind.

4.2 ONU an den optischen Port anschließen

  1. Verbinden Sie eine Intelbras ONU (z.B. G120 oder G240) mit einem PON-Port an der OLT.
  2. Warten Sie ein paar Sekunden.

Die ONU sollte als „Unregistered ONU“ oder ähnlich angezeigt werden.

Wenn nichts erscheint:

  • Prüfen Sie optische Pegel (Leistung, Anschlüsse, Sauberkeit).
  • Vergewissern Sie sich, dass die ONU kompatibel und eingeschaltet ist.
  • Prüfen Sie, ob Sie im Interface am richtigen PON-Port sind.

4.3 ONU im OMCI-Modus registrieren

Sobald die OLT die ONU „gesehen“ hat:

  1. Wählen Sie die nicht registrierte ONU in der Liste aus.
  2. Klicken Sie auf „Register ONU“ (oder entsprechende Aktion).
  3. Wählen Sie den OMCI-Modus.

Nun legen Sie das Basis-Serviceprofil fest:

  • Daten-VLAN (z.B. 10)
  • Voice VLAN (z.B. 20)
  • Servicetyp:
    • Bridge – ONU fungiert als einfacher Bridge; CPE/Router dahinter übernehmen PPPoE und Routing.
    • PPPoE – ONU kann selbst PPPoE verwalten, abhängig vom Profil/Design.
  1. Speichern und anwenden.

Wenn alles klappt, erhält die ONU ihr Profil via OMCI automatisch und wechselt in einen Status wie „Registered“ oder „OMCI Active“.

Warnung: Seien Sie vorsichtig beim Bearbeiten von Vorlagen, die für viele ONUs gelten. Ein kleiner Fehler in VLAN- oder Serviceprofilen kann in einem Klick dutzende Kunden vom Dienst abschneiden.


5. Konnektivität über die ONU testen

Provisioning ohne Testen ist wie ein Ticket schließen ohne es gelesen zu haben: Es kommt früher oder später zurück.

5.1 Router an den ONU-LAN-Port anschließen

  1. Schließen Sie einen Kunden- oder Testrouter an den LAN-Port der frisch registrierten ONU an.

  2. Konfigurieren Sie auf dem Router die WAN-Schnittstelle entsprechend dem gewählten Servicetyp:

    • Wenn die ONU im Bridge-Modus ist:
      • WAN auf PPPoE (typisch bei ISP-Setups) oder DHCP einstellen, je nach Ihrem BRAS/Edge.
    • Wenn die ONU selbst PPPoE handhabt:
      • Stellen Sie sicher, dass die PPPoE-Parameter im OMCI-Profil korrekt sind.

5.2 IP-Vergabe oder PPPoE-Authentifizierung prüfen

Beim am ONU angeschlossenen CPE/Router:

  • Bestätigen Sie, dass eine IP-Adresse (bei DHCP) vergeben wird oder dass die PPPoE-Verbindung auf Connected steht.
  • Versuchen Sie, eine externe Adresse wie https://example.com anzupingen oder zu erreichen.

5.3 ONU-Status auf der OLT kontrollieren

Im OLT-Interface:

  1. Gehen Sie zu PON Status → ONU Online (oder ähnlich).
  2. Suchen Sie die soeben provisionierte ONU.

Die Statusanzeige sollte zeigen:

  • Status: Online / OMCI Active
  • Rx/Tx-Leistung: im akzeptablen Bereich
  • Traffic-Zähler: erhöhen sich beim Testen

Tipp: Führen Sie eine einfache Checkliste für die Aktivierung neuer ONUs: „Registriert? Online? IP/PPPoE? Ping OK? Geschwindigkeit OK?“ Das spart viel Hin-und-Her mit dem Außendienst.


6. OMCI-Verwaltung skalieren ohne den Überblick zu verlieren

Ein paar ONUs über das OLT-GUI zu verwalten, ist einfach.

Hunderte oder Tausende über mehrere Standorte und verschiedene Hersteller? Dann wird es schwierig, wenn Sie nur manuelle Klicks und Tabellen nutzen.

Typische Probleme:

  • Schwierig, die gesamte Verfügbarkeit von ONUs und OLTs zu sehen.
  • Keine einheitliche Übersicht bei mehreren Marken/Modellen.
  • Keine einfache Verknüpfung von ONU-Status mit Tickets und echten Nutzern.
  • Bedarf an sicherem Fernzugriff, auch ohne öffentliche IP (CGNAT, Carrier NAT etc.).

Hier helfen zusätzliche Tools erheblich.

Wo MKController unterstützt: MKController zentralisiert das Monitoring von Intelbras- und Multi-Vendor-Netzen, erfasst Daten via SNMP, LLDP, CDP u.a. In Kombination mit NATCloud erhalten Techniker auch ohne öffentliche IP sicheren Zugriff auf Geräte und behalten Verfügbarkeits-Dashboards im Blick.


7. MKController und NATCloud mit Intelbras OMCI nutzen

OMCI regelt die Letzte-Meile-Konfiguration zwischen OLT und ONU.

Ihr operativer Alltag umfasst aber viel mehr:

  • Auf einen Blick sehen, welche Standorte laufen oder ausgefallen sind.
  • Erkennen, welche ONUs und Router instabil sind.
  • Fernzugriff auf Geräte (z.B. Router hinter der ONU) ohne statische IP und offene Ports.
  • Neue Geräte automatisch entdecken, sobald sie im Netzwerk auftauchen.

Plattform und NATCloud-Tunnel von MKController bieten einige praktische Vorteile:

  • Zentralisiertes Monitoring:
    Ein Dashboard für Intelbras OLTs, ONUs und weitere Netzwerkgeräte – keine Insellösungen mehr.
  • Automatische Erkennung:
    Verwenden Sie LLDP, SNMP und CDP, um Geräte zu finden und eine Live-Inventar-Karte zu erstellen.
  • Fernzugriff ohne öffentliche IP:
    NATCloud baut sichere ausgehende Tunnel auf, so dass Sie auch hinter CGNAT oder im privaten Netz auf Geräte zugreifen können.
  • Verfügbarkeits- und Uptime-Ansichten:
    Sehen Sie auf einen Blick, welche Verbindungen oder CPEs Probleme machen, ohne auf Kundenmeldungen warten zu müssen.

Statt überall Ports zu öffnen oder dutzende Webinterfaces offen zu halten, erhalten Sie eine einheitliche Steuerzentrale für Ihr FTTH-Netz.


Über MKController

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