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Überwachung mit SNMP

Zusammenfassung
Ein kompakter Leitfaden zur Konfiguration von SNMP auf MikroTik‑Routern, zum Testen mit snmpwalk, zur Integration in ein NMS und zur Absicherung für den Produktivbetrieb.

SNMP für MikroTik: Praktisches Netzwerk‑Monitoring

Sichtbarkeit gewinnt. Immer.

SNMP (Simple Network Management Protocol) ist die universelle Sprache der Netzwerküberwachung.

Es sagt Ihnen, ob ein Router erreichbar ist, wie stark Schnittstellen ausgelastet sind und wann Hardware überhitzt.

Dieser Leitfaden liefert die praktischen Schritte: SNMP auf MikroTik aktivieren, Sammlung testen, an ein NMS anschließen und für die Produktion absichern.

Was ist SNMP?

SNMP ist ein altes Protokoll, das entwickelt wurde, um Geräte‑Metriken standardisiert bereitzustellen.

Ein NMS (Network Management System) fragt Geräte ab und speichert Metriken aus ihren MIBs (Management Information Base).

Typische überwachte Elemente:

  • Systemlaufzeit (Uptime) und Last.
  • Schnittstellenzähler (ifInOctets/ifOutOctets, Fehler).
  • CPU‑ und Speicherauslastung.
  • Temperaturen und Hardwarestatus.

Hinweis: SNMP ist ein lesefreundliches Telemetrieprotokoll. Für Konfigurationsmanagement verwenden Sie TR‑069/TR‑369 oder Geräte‑APIs.

SNMP‑Versionen — wähle mit Bedacht

VersionJahrSicherheit
SNMPv11988Keine — nur Legacy
SNMPv2c1993Community‑String — schwach
SNMPv32002Auth + Verschlüsselung (empfohlen)

Bevorzugen Sie stets SNMPv3, wenn möglich. Falls v1/v2c erforderlich ist, beschränken Sie den Zugriff strikt.

SNMP auf MikroTik aktivieren (RouterOS)

Minimale Schritte, um SNMP im Terminal zu aktivieren:

/snmp set enabled=yes
/snmp community add name=monitor-public addresses=0.0.0.0/0 security=none
/snmp print

Warnung: Lassen Sie in Produktion nicht 0.0.0.0/0 oder Standard‑Communities. Ersetzen Sie durch die NMS‑IP und verwenden Sie SNMPv3, wenn verfügbar.

SNMPv3‑Beispiel (empfohlen)

Erstellen Sie einen Benutzer mit Authentifizierung und Verschlüsselung:

/snmp user add name=snmpv3user security=authPriv auth-protocol=SHA1 auth-passphrase="AuthPass" priv-protocol=AES priv-passphrase="PrivPass"

Prüfen Sie, ob SNMP aktiv ist:

/snmp print
/snmp user print

Sammlung testen mit snmpwalk

Von einem Linux‑Host oder dem MikroTik selbst testen Sie, was ein NMS abfragen würde:

Terminal-Fenster
# SNMPv2c Beispiel
snmpwalk -v2c -c monitor-public 192.168.88.1
# SNMPv3 Beispiel
snmpwalk -v3 -u snmpv3user -a SHA -A AuthPass -x AES -X PrivPass 192.168.88.1

Die erwartete Ausgabe enthält OIDs wie sysUpTimeInstance und Schnittstellenzähler vom Typ ifInOctets.

Integration in ein NMS (Zabbix, LibreNMS, PRTG)

Wählen Sie ein NMS, das zu Ihrer Skalierung und Ihren Abläufen passt.

Zabbix — geeignet für große, stark anpassbare Deployments.

LibreNMS — einfachere SNMP‑Discovery und solide vorgefertigte Templates.

PRTG — kommerziell, dafür sehr benutzerfreundlich.

Grundlegende Schritte:

  1. Host im NMS mit der Management‑IP des Routers anlegen.
  2. Ein SNMP‑Template anwenden (oder Items für benötigte OIDs erstellen).
  3. Poll‑Interval und Daten‑Retention konfigurieren.
  4. Trigger/Alarme für Bedingungen wie Link‑Down oder hohe Paketverluste anlegen.

Tipp: Beginnen Sie mit einer kleinen Menge essentieller Metriken (Uptime, Interface‑Durchsatz, Fehler), um die DB nicht unnötig aufzublähen.

Geräte hinter dem MikroTik überwachen

MikroTik kann auch lokale Geräte abfragen und als Sammler fungieren:

/tool snmp-walk address=192.168.88.10 community=public

Nutzen Sie das, um Kameras, Switches oder USVs im LAN zu entdecken und Metriken an Ihr zentrales NMS zu senden.

Skalierung: Proxies, Discovery und Automatisierung

  • Nutzen Sie Zabbix Proxy (oder gleichwertig), um Metriken aus entfernten Regionen zu sammeln.
  • Aktivieren Sie SNMP‑Discovery, um neue Geräte automatisch hinzuzufügen.
  • Automatisieren Sie Onboarding mit Skripten oder Konfigurationsmanagement.

Das reduziert manuellen Aufwand bei Hunderten Routern.

Sicherheitsbest‑Practices

  • Verwenden Sie SNMPv3 wann immer möglich.
  • Beschränken Sie den Zugriff nach Quell‑IP — nur NMS und Proxies sollten abfragen.
  • Verwenden Sie keine Standard‑Community‑Strings („public“/“private“).
  • Sammeln Sie nur nötige Metriken, um Belastung und Angriffsfläche zu reduzieren.
  • Protokollieren und rotieren Sie Berechtigungsdaten regelmäßig.

Warnung: SNMP (insbesondere v1/v2c) öffentlich exponiert zu betreiben ist ein erhebliches Risiko.

Praxisbeispiel: ISP im großen Maßstab

Mit 500 Routern im Feld ermöglicht SNMP Ihnen:

  • Uptime und CPU jeder Einheit zu überwachen.
  • Bandbreitenfresser pro Kunde über Interface‑Zähler zu identifizieren.
  • Fehlerhafte Interfaces durch steigende Fehlerraten zu erkennen.
  • Automatische Alerts an Slack/Telegram bei Ausfall von Geräten zu senden.

Automatisierte Alerts sparen Stunden und verhindern Eskalationen.

SNMP vs moderne Telemetrie

SNMP ist stabil und weit verbreitet. Neuere Methoden (gRPC‑Telemetry, NetFlow/IPFIX) liefern reichhaltigere Daten, doch SNMP bleibt die Basis für Geräteinteroperabilität.

Kombinieren Sie SNMP für stetiges Polling mit moderner Telemetrie für hochauflösende Analysen.

Wo MKController hilft: Wenn man nicht in komplexe SNMP‑Setups oder öffentliche IPs investieren möchte, bietet NATCloud von MKController zentrales Monitoring und sicheren Remote‑Zugriff für MikroTik‑Fleets.

Fazit

SNMP sorgt für Observability und bewahrt Betreiber vor Chaos.

Aktivieren Sie es sorgfältig, bevorzugen Sie SNMPv3, testen Sie mit snmpwalk und integrieren Sie es in ein NMS passend zur Ihrer Skalierung.

Starten Sie klein, iterieren Sie und automatisieren Sie das Onboarding.


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