Werbung auf MikroTik mit AdList blockieren
Zusammenfassung
Die AdList-Funktion von MikroTik (RouterOS v7.15+) ermöglicht das Blockieren von Werbung auf DNS-Ebene im gesamten Netzwerk. Diese Anleitung erläutert Funktionsweise, Routervorbereitung, Hinzufügen öffentlicher und eigener Listen, Tests, Whitelist und Einschränkungen.
Warum AdList statt Pi-hole verwenden?
Die AdList-Funktion ist MikroTiks integrierter DNS-basierter Werbeblocker. Im Gegensatz zu einem Pi-hole-Container läuft AdList nativ auf RouterOS und benötigt keine zusätzliche Hardware oder Containerisierung. Nach der Aktivierung filtert sie Anfragen an bekannte Werbeserver (A- und AAAA-Einträge) und liefert 0.0.0.0 statt der echten IP zurück.
Vorteile gegenüber Pi-hole:
- Einfache Einrichtung. Blocklisten hinzufügen und sofort einsatzbereit.
- Kein Container. Keine Containerisierung oder externe Pi-hole-Server erforderlich.
- Integrierter DNS. Nutzt den eingebauten DNS-Resolver von RouterOS, daher keine Änderung der Router-DNS-Einstellungen nötig.
- Breite Kompatibilität. Funktioniert auf allen MikroTik-Routern mit RouterOS v7.15 oder höher.
Da AdList DNS-Antworten modifiziert, blockiert es Werbung auf Smartphones, TVs und IoT-Geräten, die die Netzwerk-DNS-Einstellungen beachten. Beachten Sie, dass YouTube-Werbebanner oder In-App-Werbung damit nicht gestoppt werden können.
Router vorbereiten
Aktualisieren Sie Ihren Router vor dem Hinzufügen von Blocklisten auf die neueste RouterOS v7-Version. AdList ist ab v7.15 verfügbar【263718328550380†L40-L41】. Zum Upgrade navigieren Sie zu System → Pakete → Nach Updates suchen und installieren die neueste stabile Version.
DNS-Cache-Größe erhöhen
AdLists werden im DNS-Cache gespeichert; ein kleiner Cache führt zu „cache size reached“-Fehlern. Unter IP → DNS setzen Sie die Cache-Größe groß genug, um Ihre Listen aufzunehmen. Beispiel: Ein Router mit 128 MB RAM und ein bis zwei Listen sollte die Cache-Größe auf ca. 30–40 MB setzen. Dies geht per WinBox oder via CLI:
/ip/dns set cache-size=40000
Stellen Sie sicher, dass Erlaube entfernte Anfragen aktiviert ist, damit Ihr Router DNS-Anfragen aus dem LAN beantwortet.
--- [to separe files]
Öffentliche AdList hinzufügen
Sie können populäre Blocklisten wie die StevenBlack Hosts-Datei importieren. Navigieren Sie in WinBox zu IP → DNS → Adlist und klicken Sie auf +. Fügen Sie die Listen-URL ein (z.B. https://raw.githubusercontent.com/StevenBlack/hosts/master/hosts) und deaktivieren Sie SSL Verify, sofern Sie die Zertifizierungsstelle nicht importiert haben. Die Liste wird nach Verarbeitung mit Übereinstimmungs- und Eintragsanzahl angezeigt.
CLI-Pendant:
/ip/dns/adlist add \ url=https://raw.githubusercontent.com/StevenBlack/hosts/master/hosts \ ssl-verify=noUm zu sehen, wie viele Domains geladen und erfasst sind, führen Sie aus:
/ip/dns/adlist/printDies zeigt match-count (geblockte Anfragen) und name-count (Listeneinträge).

Whitelisting und Weiterleitungen
Manchmal müssen bestimmte Domains erlaubt werden, die auf der Blockliste stehen. Erstellen Sie einen statischen Weiterleitungseintrag, um die AdList zu umgehen. Beispiel:
/ip/dns/static add name=example.com type=FWDDies leitet Anfragen für example.com an den nächsten DNS-Server weiter【702850675801765†L430-L435】. Mit Weiterleitern können Sie auch Upstream-Resolver wie Quad9 oder Cloudflare definieren. Nutzen Sie /ip dns forwarders add dns-servers=1.1.1.1,8.8.8.8 name=my-fwd und setzen Sie statische Einträge auf forward-to=my-fwd.
--- [to separe files]
Eigene Blockliste erstellen und importieren
Für mehr Kontrolle erstellen Sie eine eigene Textdatei mit Domains, die Sie blockieren möchten. Jede Zeile hat das Format 0.0.0.0 domain. Beispiel:
0.0.0.0 adverts.com0.0.0.0 click.adclick.com0.0.0.0 malware-site.com0.0.0.0 fraud.scam.comLaden Sie die Datei hoch oder erstellen Sie sie direkt auf RouterOS mit folgenden Befehlen:
/file/add name=adbl.txt/file/edit adbl.txt contentsGeben Sie die Domains ein und speichern Sie mit Ctrl‑O. Fügen Sie sie anschließend zu Ihren DNS-AdLists hinzu:
/ip/dns/adlist add file=adbl.txtSie können prüfen, ob die Datei eingelesen wurde, indem Sie die name-count mit /ip/dns/adlist/print überprüfen.

Testen und Fehlerbehebung
DNS-Antworten überprüfen
Nach Einrichtung der AdLists leeren Sie den DNS-Cache eines Clients und führen DNS-Anfragen durch. Unter Windows führen Sie ipconfig /flushdns aus und anschließend nslookup someadserver.com. Die Rückgabe sollte 0.0.0.0 oder 127.0.0.1 statt der echten IP sein.

Übereinstimmungen und Cache-Nutzung prüfen
Beobachten Sie match-count, um die Anzahl geblockter Werbeanfragen zu sehen. Wenn Meldungen wie „adlist read: max cache size reached“ auftauchen, erhöhen Sie die Cache-Größe oder entfernen Sie große Listen【702850675801765†L400-L405】. Listen werden im internen Speicher gehalten, daher sollte Ihr Router ausreichend freien Speicher haben.
Wartung und Einschränkungen
- Automatische Updates. AdList-Einträge aktualisieren sich automatisch; RouterOS prüft alle vier Stunden auf neue Listen. Ein manuelles Nachladen via
/ip/dns/adlist/reloadist möglich, aber meist nicht nötig. - Speicherverbrauch. Große Blocklisten benötigen RAM und Speicherplatz. Fügen Sie nicht mehr Listen hinzu, als Ihr Router verarbeiten kann.
- Nur DNS-Blockierung. Da AdList auf DNS-Ebene arbeitet, kann es Werbung, die vom selben Host wie der Videostream stammt (z.B. YouTube), nicht blockieren. Browsererweiterungen oder Pi-hole sind für In-App- oder YouTube-Werbung weiterhin hilfreich.
- Netzwerkkonfiguration. Stellen Sie sicher, dass alle Geräte im Netzwerk die Router-IP als DNS-Server verwenden. Clients, die DoH/DoT (DNS über HTTPS/TLS) nutzen, können die Blockierung umgehen; Firewall-Regeln, die DNS-Traffic zum Router erzwingen, sind empfehlenswert.
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